Boule in Kempen
-eine Chronik des Vereins „Flachland-Bouler-Kempen e.V.“ (FLB)-


Es begann irgendwann im Jahr 1986. Dag Richter, Biggi Neumann, Rüdiger Pechan und Thomas Mellen beschlossen, künftig gemeinsam „Kugeln in den Dreck zu werfen“. Ein schmaler, nicht gepflasterter Streifen in der Altstadt diente als Spielfeld. Boule in Kempen nahm seinen Anfang.

Im folgenden Jahr folgte bereits die erste Turnierteilnahme in Dortmund und am Jahresende gab es schon ein Dutzend aktive Mitspielerinnen und Mitspieler, die im Schatten der Kempener Burg auf roter Asche ihrem neuen Hobby frönten.

Am
27.08.1988 wurde die erste offene Kempener Stadtmeisterschaft unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Heinz An den Boom ausgerichtet. Oliver (Olli) Schulte errang unter 28 Teilnehmenden den Titel. Die Stadtmeisterschaft gab den Anstoß zur Gründung einer freien Spielgemeinschaft "Niederrheinische Flachlandbouler Kempen 1987".

Ein Bouleturnier unter sportlichen Gesichtspunkten, folgte
1990 als „Kempener Kappesturnier“, ausgerichtet hinter dem Sporthotel. Die Resonanz hielt sich in Grenzen. Gespielt wurde im Schweizer System und gewonnen haben Hubert Arians mit seiner Frau Frederike (Fredo) Stein-Arians aus Krefeld.

Erste Funturniere fanden bereits
1991 statt und festigten die Gemeinschaft der Boulerinnen und Bouler in Kempen. Nach langer Suche hatte die Stadt im 1992 endlich ein Einsehen und wandelte einen nicht mehr genutzten Spielplatz im Schatten der Hessenmühle zur „Öffentlichen Bouleanlage“ um. Sie wurde vom Bürgermeister Hensel feierlich eingeweiht und dieses Ereignis nutzen die Flachlandbouler, ihren Sport mit Blick auf das Mitgliederwachstum werbewirksam in den Blick der interessierten Öffentlichkeit zu rücken.
 
Schon im folgenden Jahr ermöglichte eine von der Stadt installierte Flutlichtanlage das Spiel auch am späteren Abend. Funturniere, Stadtmeisterschaft, Kappesturnier, alles nahm seinen geregelten Lauf. Hinzu kamen die erste Vereinsrangliste und Ligaspiele. Ein mittlerweile installierter „Vergnügungsausschuss“ organisierte einen tollen Ausflug mit Eisenbahn und Planwagen. Mit der Durchführung von Niederrhein-Meisterschaft und NRW-Qualifikation zeigte die sportliche Entwicklung einen rasanten Aufwärtstrend und machte gleichzeitig die Grenzen der organisatorischen Kapazitäten deutlich.
1997 wurde das Kappesturnier letztmalig ausgetragen.

Der Leistungssport-Gedanke blieb trotz Teilnahme am Ligabetrieb des Verbandes unterentwickelt. Die besten Spieler zog es nach Krefeld. Die passende Alternative fand sich im 1.
Kempener Burg Cup, einer Mischung aus Sport, Spiel, Spaß bei gutem Essen und Trinken. Mit großem Erfolg für das Boulespiel in Kempen wurde er ab 1999 jährlich ausgerichtet. Der Aufwand war allerdings enorm und stellte eine echte Herausforderung dar.

Zur Jahrtausendwende schlug die große Stunde des „Boule und Pétanque Verband Nordrhein-Westfalen e.V.“. Wer eine Lizenz haben möchte, um an offiziellen Turnieren oder am Ligabetrieb teilnehmen zu können, muss nun Mitglied eines dem Verband angeschlossenen Vereines sein.

Die freie Spielgemeinschaft „Niederrheinische Flachlandbouler Kempen 1987“ wandelte sich zum Verein „Flachland-Bouler-Kempen e.V.“, gegründet kurz vor Toresschluss im Spätherbst 1999. Elf Gründungsmitglieder, angeführt vom Dreigestirn Arnulf Büskens, Dag Richter und Klaus Brecl sagten schriftlich „ja“ zur Vereinsgründung mit offizieller Satzung und allem „Drum und Dran“.

Die Folgejahre sind geprägt von Stadtmeisterschaft im Frühjahr, Ligabetrieb im Sommer mit zwei Mannschaften, dem Burg Cup mit 80 teilnehmenden Teams als Höhepunkt in
2002, Aufstieg und Abstieg der 1. Mannschaft, Erfolge bei Turnieren und, und, und… Die Kempener Boulisten bilden eine aktive, rundum geschlossene Gemeinschaft, die immer noch eins im Sinn hat: „Kugeln mit viel Spaß in den Dreck zu werfen“.

Eine Zäsur bringt das Jahr
2004. Der 5. Kempener Burg Cup muss wegen nicht ausreichender Hilfe bei der Vorbereitung abgesagt werden und Arnulf Büskens verunglückt beim Bergsteigen tödlich. Mit viel Spaß an der Freud bei "Arnulf´s Nikolausturnier“ findet das Jahr -ganz im Sinne dieses Urgesteins und wichtigen Motors im Vereinsleben- trotzdem noch einen versöhnlichen Ausklang.

Das Jahr
2008 beginnt mit einem neuen Vorstand. Drei Frauen, Bea Richter, Ulrike (Ulli) Hlawaty und Klaudia Nowak, führen nun den Verein. Sie bewegen viel! Funturniere und Rangliste mit Rekordbeteiligung, Städtevergleich in der Nachbarschaft, etliche neue Vereinsmitglieder. Boule in Kempen hat sich etabliert!

Ein personeller Aderlass erfolgt im Jahr
2010: Dag und Bea Richter, von Beginn aktiv dabei, „wandern aus“ nach Helgoland. Ein neuer Vorstand wird gewählt. Uwe Krause, Reinhard Ellinghaus und Klaus Brecl versprechen, „nichts neu, aber alles anders zu machen“. Das Vereinsleben läuft in gewohnter Weise weiter, allerdings bei stetig abnehmender Beteiligung. Die mehrtägige Reise in 2015 nach Helgoland, einer Einladung von Dag und Bea Richter folgend, wird von den 11 Teilnehmenden als besonderer Höhepunkt empfunden.

Der in einer außerordentlichen Hauptversammlung am
16.12.2015 mehrheitlich beschlossene Austritt aus dem „Boule und Pétanque Verband NRW e.V.“ macht die Ligaspieler unter den Kempener Boulisten nachdenklich. Kostengründe werden als wesentliches Argument ins Feld geführt. Eine Beteiligung am Ligabetrieb ist damit künftig nicht mehr möglich.

Vereinsinterne Aktivitäten prägen seither das Vereinsleben, ergänzt durch Teilnahme einzelner Teams an offenen Turnieren. Der Mitgliederbestand und damit die Zukunft des Vereins stehen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung 2017. Die Öffentlichkeitsarbeit soll gestärkt und Mitgliederwerbung forciert werden. Eine AG, unterstützt durch den Vorstand, wird sich dieser Aufgabe annehmen.


© Harald Ohlmeier - 04.03.2017