Für Fotoaufnahmen und deren Veröffentlichungen gilt grundsätzlich:

Im Gegensatz zu der in § 4a BDSG vorgesehenen Schriftform der Einwilligung im Datenschutzrecht werden an die Einwilligung zur Erstellung von Fotos und Videos geringere Anforderungen gestellt. Die Einwilligung muss nicht ausdrücklich, sondern kann auch konkludent erteilt werden. Wer bemerkt, dass er per z. B. auf einer Betriebs- oder Vereinsfeier gefilmt oder fotografiert wird und lächelnd in die Kamera winkt, erklärt durch sein Handeln, dass er damit einverstanden ist.

Das gilt aber noch nicht automatisch für Veröffentlichungen, d.h. ob das Foto oder das Video verbreitet und zur Schau gestellt werden darf. Derjenige, der sich ablichten lässt, erklärt dadurch noch nicht seine Einwilligung in die Veröffentlichung. Diese ist gesondert zu erfolgen. Auch bei der Veröffentlichung im Inter- oder Intranet bedarf es daher einer gesonderten Einwilligung nach § 22 KunstUrhG.

Darüber hinaus gibt es die bekannten Ausnahmen von der Regel, bei der eine Einwilligung des Betroffenen für die Erstellung und Veröffentlichung entbehrlich ist (§ 23 KunstUrhG):

- Bildnisse von Personen der Zeitgeschichte (absolute und relative Persönlichkeiten, die von öffentlichem Interesse sind)
- Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk erscheinen (Landschaften und Orte stehen im Vordergrund)
- Bilder von (öffentlichen) Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen (öffentliches Leben im nicht geschützten Raum)
- Bildnisse, die nicht auftragsgebunden sind und höheren Interessen der Kunst dienen (Kunstfreiheit).

Aber auch wenn ein Foto oder Video unter die Ausnahmetatbestände fällt, darf es gemäß § 23 Abs. 2 KunstUrhG nur veröffentlicht werden, wenn dadurch kein berechtigtes Interesse des/der Abgebildeten verletzt wird.'

Hier die Gesetzesgrundlagen dazu:

BDsG (BundesDatenschutzGesetz)

Genehmigunsfreie Veröffentlichungen nach KunstUrhG (Kunst und Urheber Gesetz)